Sardinien im Oktober? Eigentlich keine schlechte Idee, die Temperaturen sind noch angenehm, das Wasser hat auch noch ca. 22°, keine Touristen mehr, alles perfekt.
Fast. Sardinien im Oktober heisst auch Regen, mehrmals pro Woche. Meistens nur kurz, aber immerhin. Dafür hat man aber die Strände für sich alleine, alles wird (wieder) grün nach einem verdorrtem Sommer und man kann viel mehr unternehmen als nur faul am Strand liegen.

Den Tip mit der Grotte di Zuddas bekam ich beim Besuch der Miniera di Rosas. Obwohl es etwas südlicher liegt fuhr ich die 30km wieder zurück, und habe es nicht bereut.

Die Höhle ist nicht groß, so ca. 500 Meter begehbar, dafür aber hat die unterschiedliche Räume. Und jeder Raum wartet mit einer Besonderheit:
Der Spaghetti Raum ist unglaublich! Nie habe ich soo filigrane Kalkstrukturen gesehen, die ganze Decke war voll, wie ein Haufen Spaghetti an die Decke geknallt!

Zum Schluss hatten wir auch noch das Glück Hufeisen Fledermäusse zu sehen. Es war noch zu wenig kalt, deswegen nur einzelne, aber egal!

In der Nebensaison sind die Grotten nur das Wochenende offen, im Sommer jeden Tag. Betreten kann man sie nur mit Führung, die sich aber auf alle Fälle auszahlt!
Hier der Link: http://www.grotteiszuddas.com

Nachdem ich wieder alleine unterwegs war (Brigitte und Carolyn mussten nach 1 Woche leider wieder zurück) fuhr ich Richtung Costa Verde, wo die Laveria Brassey und auch die Dune di Piscinas. Im Oktober menschenleer und es waren nur 2 andere Overlander auf dem Parkplatz

Die alten verrosteten Loren zeugen noch von einer Zeit vor dem Tourismus, wo der Strand von Piscinas als Hafen für das im Hinterland abgebaute und bei der Laveria Brassey gewaschene Erz gedient hat. Die alte Bahnstrecke lässt sich immer noch erahnen, aber nur streckenweise sind die alten Gleis noch vorhanden.

Ganz im Norden der Costa Verde liegt Pistis, wo sich Sandstrände mit Felsküste abwechseln. Leider ist die Landzunge militärisches Sperrgebiet und nicht zugänglich.
Dafür habe ich von einer feucht fröhlichen Männerrunde ein Mittagessen gesponsert bekommen, Sardischer Käse und hausgemachter Wurst. Beim Wein und selbstgebrannten Mirto habe ich dann kapituliert…


Leider gibt es auch auf Sardinien Menschen, die noch nicht verstanden haben, dass die Natur und Umwelt unser wichtigstes Gut ist. Immer wieder findet man nicht nur Sperrmüll, sondern auch Müllsäcke, die einfach weggeworfen worden sind. Vom angeschwemmten Treibgut wollen wir mal nicht reden…

Ganz in der Nähe von Piscinas an der Westküste von Sardinien liegt die Laveria Brassey, eine Erz Waschanlage, benannt nach dem Besitzer der Mine.Jahrzehntelang wurde dort Zink aus dem geförtertem Material gewaschen. Insgesamt waren 3 Minen in Betrieb: Gennamari, Ingurtosu und Pozzo Lambert.

Anfangs 1900 in Betrieb genommen wurde hier das Material gewaschen, um das Erz zu extrahieren. Auf der eigens gebauten Bahnstrecke wurde es dann nach Piscinas gebracht, wo es auf Schiffe verladen wurde. In den 60er Jahren wurde dann der Bergbau aufgegeben und die Waschanlage abgebaut.




















































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