Im Februar 2025 ging’s das 3. Mal nach Tunesien. Ziel war wieder der verlorene See am Anfang und dann 2 Wochen das Land erkunden. Die Anreise erfolgte per Fähre von Civitàvecchia aus, weil ich (so wie letztes Jahr) mit Christian unterwegs war. Er hat einen MAN 4×4 und fährt unglaublich gut im Gelände. Alleine bzw. ohne ihn würde ich nicht so tief in die Wüste fahren, da fehlt mir (auch nach 3 Mal) die Erfahrung. Mit nur einem Fahrzeug (und alleine auch noch) ist es ohnehin eh nicht ratsam in schwierigeres Gelände zu fahren. Niemand kann dir helfen oder auch mal anweisen.
Mein GPS Tracker hat leider nicht die ganze Route aufgezeichnet, aber man sieht recht gut wohin die Reise ging.

Verlorener See (Lac Houidhat Erreched)
Die Einreise nach Tunesien ist immer spannend, aber mit der Erfahrung weniger überraschend. Es dauert ein wenig bis man die einzelnen Stationen vestanden hat, dann sieht man auch eine gewisse Logik dahinter.
Bevor es weiter Richtung Süden geht werden die Tanks gefüllt und Geld abgehoben. Die grösseren Tankstellen nehmen mittlerweile auch Kreditkarten, aber meistens zahlt man einen prozentuellen Aufschlag.
An der Küste entlang führt die einzige Autobahn Richtung Süden, es ist die schnellste Strecke um innerhalb 1 Tag nach Douz zu fahren. Wie immer waren wir bei Sophie im Camping Desert Club mitten in Douz. Sophie und ihr Team sind wie immer sehr freundlich und wir bleiben 2 Nächte bevor wir Richtung See fahren. Douz ist eine lebendige kleine Stadt, täglich gibt es den Markt in den Strassen und am Hauptplatz. Ich kaufe am liebsten direkt bei den Bauern vom Pick Up herunter Obst und Gemüse. Dieses Jahr war die Auswahl nicht so gross aber ausreichend.
Wir sind am Morgen Richtung See gefahren, dieses Mal auf einer anderen Route wie letztes Jahr. Es hat vor ein paar Tagen geregnet und der Sand war unglaublich fest und angenehm zu fahren. Die Dünenfelder waren kein Problem heuer und ich bin viel vorausgefahren, auch weil Spuren mir den Weg gezeigt haben. Nach 2 Tagen sind wir am See angekommen, wir waren die einzigen Gäste dort. Am Abend kamen noch eine Gruppe Tschechen und eine Gruppe Tunesier mit ihren Motorrädern an. Letztere verdienten meinen ganzen Respekt: sie sind die Strecke bis zum See mit Kleinmotorräder und das ganze Gepäck inklusive Treibstoff, Wasser usw. gefahren.
Den Rückweg haben wir wie immer über die direkte Piste vom See zum Tembaine angetreten. Nach 7 Tagen waren wir wieder in Douz, insgesamt haben wir knapp 6 Tage gebraucht, 1 ganzen Tag verbrachten wir am See.
Nachdem wir wieder aus der Wüste nach Douz gekommen sind haben unsere Wege sich getrennt. Christian ist zurück Richtung Fähre nach Tunis, und ich bin nochmal in die Wüste, genauer gesagt auf die Piste Douz – Ksar Ghilane. Ich wollte diesmal so viel Zeit wie möglich in der Wüste verbringen weil es vor ein paar Tagen geregnet hatte und alles grün und bunt war. Normalerweise braucht man ca. einen Tag für die Strecke, ich habe 4 Tage gebraucht. Ich könnte nie mit einer größeren Reisegruppe fahren, es wäre mir viel zu stressig.
Douiret
Die Strecke von Ksar Ghilane Richtung Tataouine kannte ich bereits vom Jahr davor, diesmal wollte ich mir aber Douiret anschauen. Direkt unterhalb der alten Berbersiedlung gibt es einen Campingplatz, aber auch einen Parkplatz. Außer mir war noch eine Gruppe aus Frankreich dort, die mit einem Guide eine mehrtägige Wanderung gemacht haben. Von einer Teilnehmerin habe ich den Tip bekommen, die Ausgrabungsstätte Uthina zu besuchen.
Douiret liegt an einem langgezogenen Hügel in Dahar Gebirge. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen zur Geschichte, aber es müssen dort um die 3500 Personen gelebt haben. Die angelegten Terrassen zeugen von Landwirtschaft, etliche Ölmühlen von einem viel feuchterem Klima vor 100 Jahren. Laut Wikipedia ist die Berbersiedlung seit 1940 wegen des trockeneren und heisseren Klimas aufgegeben worden. Vieles schaut aus als wenn es erst gestern noch verwendet worden wäre. Vor allem die Ölmühlen und die -pressen sind noch perfekt erhalten.
El Jem
El Jem gehört mittlerweile zum Pflichtprogramm wenn ich nach Tunesien fahre. Es liegt ca. in der Mitte zwischen Douz und Tunis und hat direkt neben dem römischen Amphitheater einen bewachten Parkplatz. Dort kann man für wenig Geld übernachten, die WC’s nutzen und ev. auch Wasser tanken. Die Wächter sind sehr freundlich und am Abend ist es rel. ruhig, obwohl es mitten in der Stadt ist.
Dieses Jahr gesuchte ich wieder das Amphiteater, aber auch das dazugehörige Museum. Es befindet sich in einer Seitenstraße und zeigt viele ausgegrabenen Mosaike (die Neubauten weichen mussten) und die Ausgrabung einer römischen Villa. Die Römer sind bekannt für die grossflächigen Mosaike, was ich aber nicht wusste ist dass die Handwerker schlecht bezahlt wurden und nur der „Architekt“ angesehen war. Hat sich also in 2000 Jahre nicht viel geändert…
Auf der Internetseite des Museums gibt es eine interaktive Führung durch das Museum: https://eljem.virtualexperience.net/virtual-tour
Uthina Ausgrabungsstätte
Auf Anraten einer Reisende bin ich zu Ausgrabungsstätte Uthina gefahren. Sie liegt etwas südlich von Tunis in den Hügeln von Ben Arouz. Es handelt sich hierbei um eine römische Siedlung in der Zeit von Hadrian. Aktuell ist nur ein Bruchteil der Siedlung ausgegraben, aber auch das lässt ahnen, wie gross die Siedlung war. Vor dem Museum ist ein grosser Parkplatz, wenn man frägt darf man dort übernachten. Ich bin 2 Tage dort geblieben, das Areal ist so weitläufig, es gibt immer was neues zu entdecken. Imposant ist das Amphitheater welches dem von El Jem um nichts nachsteht! Und natürlich durfte auch das Bordell in einer römischen Stadt nicht fehlen, unterirdisch, direkt unter den Bädern. Etwas abseits steht auf einem Hügel der Tempel mit dem Heiligtum. Wie wichtig damals schon Wasser war zeit das Aqueduct: es fliesst von den Bergen zuerst Richtung Tempel, von wo es dann über mehrere Zysternen verteilt wurde.
Im Internet gibt es noch mehr Informationen: https://www.inp2020.tn/en/2020/03/10/oudhna/




































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