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Ich habe schlecht geschlafen! Schuld ist nicht der Boden oder die Nachbarn, sondern ich alleine! Marocco verbinde ich mit Wüste, Sand, Hitze! Logischerweise habe ich den Schlafsack Zuhause gelassen, bei den Temperaturen braucht man so etwas nicht! Weit gefehlt! Die Temperaturen fallen unter 10 Grad, und ich friere mir die Ohren ab! Auch die Motorradhose und Jacke helfen wenig. Bis ich auf die Bonatti (Valter Bonatti, Bergsteiger) Technik zurückgreife: Ich stecke die Füße in einen leeren Rucksack, das wärmt zumindest ein wenig. Trotzdem ist es arschkalt!

Ich bin froh wenn es endlich Tag wird und die Sonne ein wenig die kalte Luft erwärmt. Noch einmal gehe ich in die Stadt runter, um bei einer Bar einen Tee zu trinken. Der Minztee ist legendär, wohl auch deshalb weil Tonnen von Zucher darin gelöst werden. Der hohe Zuckergehalt erklärt auch die vielen Karies Patienten auf den Straßen!

Nächstes Ziel auf einer Reise ist Volubilis, eine alte Römersiedlung nördlich des Atlas. Anscheinend die Siedlung mit dem südlichsten römischen Mosaik.

Gegen Mittag bekomme ich Hunger und fahre zu einem künstlich angelegten See. Der See wird von den Einheimischen gerne als Ausflugsziel angefahren, deswegen ist auch der Parkplatz nur gegen Bezahlung, ich bezahle aber gerne, denn somit ist der Parkplatz sauber und sicher.

Auf dem Nachbartisch sitzt eine Gruppe mit Jugendlichen und Erwachsenen. Die Jugendlichen (so um die 15 Jahre, weiblich) setzen sich nach kurzer Zeit zu mir und beginnen mit mir auf Französisch zu reden. Sorry, aber da kann ich nicht mithalten. Ich versuche es ihnen zu erklären und sie kichern ein wenig. Ins grübeln komme ich als mir von einer Blumen geschenkt werden. Ich weiss diesen Akt der Freundschaft nicht einzuorden und bedanke mich vorsichtig, gehe aber nicht weiter darauf ein und esse meine Mahlzeit weiter. Bald verlieren die Mädels das Interesse in mir und gesellen sich wieder zu den anderen. Irgendwie bin ich froh, denn von einer Minderjährigen Blumen geschenkt zu bekommen ist schon merkwürdig... Später auf der Reise wurde ich dann aufgeklärt: sie suchte entweder einen Mann oder sah mich als Versuchskaninchen für spätere Annäherungsversuche.

Am frühen Nachmittag komme ich bei VOlubilis an, natürlich nicht ohne mich zu verfahren. Die Straßenschilder vertecken sich oft vor mir und die Navigation gestaltet sich schwierig, wenn man weder Ortschaft noch Straße weiß!

Mit mir kommt auch eine tschechische Motorradgruppe an, die ich bereits auf der Fähre gesehen habe. Der Eintrittspreis von 10 DH ist mehr als fair, es zahlt sich wirklich aus. Am Eingang stehen ein paar "Touristenführer", die ihre Dienste gerne anbieten. Es ist aber nicht wirklich nötig, viele Informationen stehen auf Infotafeln. Die alten Gebäude zeigen von einer hohen Baukunst, die vielen Mosaike sind gut erhalten. Man kann sich frei auf dem Gelände bewegen, einige Gebäude und Mosaics sind mit Absperrungen nicht zugänglich. Ich bleibe lange dort, um die Seele des Ortes einzuatmen und auf mich wirken zu lassen: wie werden sich die Einwohner vor fast 2000 Jahren gefühlt haben. Vieles kann man sich nicht mehr vorstellen.

10 Kilometer weiter finde ich einen Campingplatz wo ich mich für die Nacht einquartiere. Bevor es Nacht wird spaziere ich noch auf einen naheliegenden Hügel, um die untergehende Sonne zu geniesen. Hoffentlich wird es heute nicht mehr so kalt...

 

3.pngdie heutige Strecke...

 17F0270Chefchaouen

 17F0276warum die Wände blau weiss sind weiss ich nicht...

 17F0313Mittagspause...

 17F0358  17F0387
 17F0406  17F0410

 17F0376Volubilis

 17F0526Mein Nachtquartier